Vun Harten willkomen bi'n EWSK e.V. vun 1926
   
  EWSK-Kiel
  Verein
 

 

 

Ellerbek-Wellingdorfer Segelklub von 1926 e.V.

( Kurzfassung für Eilige und nicht-plattdeutsche Leser)

 

Im Jahre 1904 musste das Fischerdorf Ellerbek, gelegen dort wo sich heute das Marinearsenal befindet, der Expansion der kaiserlichen Werft weichen. Für die Einwohner wurde eine neue Siedlung im Bereich der Schwentinemündung aufgebaut. Sie ist heute noch unter dem Namen „Fischeransiedlung“ bekannt und liegt im Stadtteil Wellingdorf gleich neben dem Kieler Seefischmarkt. An der Schwentinemündung, gleich angrenzend an die Arsenalmole, wurde ein neuer Fischerhafen gebaut, der heute noch als Sporthafen Wellingdorf existiert. 


         

       
                  

   
  


Bis Mitte der zwanziger Jahre betrieben die Fischer ihren Fischfang hauptsächlich mit schweren Segelbooten, die bei Windstille gerudert werden mussten. Jedoch wurden die Segelboote Stück für Stück durch Motorboote ersetzt. Einige der Fischer erkannten die Notwendigkeit, die Jahrhunderte alte Tradition des Segelns für die nachfolgenden Generationen zu erhalten und so gründeten in einer Versammlung 82 Gründungsmitglieder den Ellerbek-Wellingdorfer Segelklub. Die Gründung fand am 10. Juli 1926 im Restaurant der Seebadeanstalt „Angnethabad“ statt, eine große Badeanstalt mit Restauration an der Schwentinemündung. Damals wussten die Fischer natürlich noch nicht, dass das Segeln sich einmal zu einem bedeutenden Volkssport entwickeln würde. Schon in der Gründungssatzung ist u.a. festgeschrieben, die alten Überlieferungen und Erinnerungen vom früheren Ellerbeker Strand zu hegen und zu pflegen. Das ist auch in der heutigen Satzung noch als eine wichtige Aufgabe des Vereins zusätzlich zur Pflege der plattdeutschen Sprache aufgenommen. 

 

 

Von 1926 bis 1939 wurde jährlich eine große Regatta mit anschließendem Regattaball veranstaltet und über das Jahr einige andere Feierlichkeiten organisiert. Der Zusammenhalt in der „Fischeransiedlung“ wurde so durch den Ellerbek-Wellingdorfer Segelklub nachhaltig gefördert. 

 

 

Während des 2.Weltkrieges und in der Nachkriegszeit ruhten die Aktivitäten des EWSK, da fast alle männlichen Einwohner im Kriegseinsatz waren und dann, wenn überhaupt, erst später aus der Gefangenschaft zurückkehrten. Jeder hatte jetzt mit sich selbst und dem Wiederaufbau zu tun. Erst als eine Abordnung der Ellerbeker Fischer über die Stadt Kiel nach Malmö zur „Hanseatischen Woche“ geschickt wurde, entstand der Wille nach dem Aufleben des EWSK. Im Oktober 1954 wurde in einer Versammlung ein neuer Vorstand gewählt und der Verein wieder ins Leben gerufen.

Seit dieser Zeit werden alljährlich wieder Segel- und Motorbootregatten veranstaltet und seit ca. 10 Jahren werden wöchentliche abendliche Trimmfahrten gesegelt, an denen viele Segler der Kieler Förde teilnehmen.

Natürlich hat sich das Gesicht des jetzt 220 Mitglieder zählenden Vereins nachhaltig gewandelt. Die Boote sind keine Fischerboote mehr sondern moderne Segel- und Motor-yachten. Sie liegen aber immer noch im alten Fischerhafen an der Schwentinemündung, der jetzt das Aussehen eines modernen Yachthafens hat und drei ansässigen Wassersportclubs eine Heimat bietet.

 

Der ehemalige Netztrockenplatz der Fischer ist heute der Winterlagerplatz der Vereins-yachten und auch Standort des in Eigenleistung erstellten Vereinsheimes des EWSK. Einerseits hat sich der Verein natürlich zu einem modernen Segelklub mit Liegeplatz-organisation im Sommer und im Winter, mit Regatten und anderen Veranstaltungen in Zusammenwirken mit den anderen an der Schwentinemündung beheimateten Vereinen entwickelt. Andererseits aber pflegt er nach wie vor die in der Satzung festgeschriebenen Traditionen und Überlieferungen aus dem alten Ellerbek. So findet man noch immer  zur Vereinsregatta und zur Kieler Woche und auch sonst je nach Lust und Laune die beiden Vereinskähne „Ellerbek“ und „Wöllndörp“ mit ihren braunen Segeln auf der Förde. Oder man sieht sie beim traditionellen Kahnrudern der Fischerfrauen und beim Wettbewerb der befreundeten Vereine um die Schwentineglocke am zweiten Regattawochenende. Oder man feiert das traditionelle Katerfrühstück am Sonntag morgen, nach Regatta und Regattaball, an dem die Mitglieder und viele geladene Gäste mit Räucherfisch satt versorgt werden.

Seit 1954 hat der EWSK auch immer eine Trachtengruppe aufgestellt, die zu vielen Anlässen des Vereins oder auch der Stadt Kiel präsent war und ist. Zu Vereinsfeierlichkeiten, zu Empfängen der Stadt Kiel, zur Kieler Woche, zum Kieler Umschlag und zu vielen anderen Gelegenheiten haben sich immer Frauen bereit gefunden, in alten Originaltrachten oder jetzt schon in häufig nachgenähter Tracht aufzutreten. So wird die Erinnerung an das alte Fischerdorf Ellerbek durch die Präsens der Trachten und durch die Frage nach deren Herkunft immer noch weitergegeben. Die Pflege der plattdeutschen Sprache ist eine wichtige Aufgabe des EWSK. Bei offiziellen Vereinsveranstaltungen wie Regatta, Regattaball, Katerfrühstück und Versammlungen werden vom Vorstand alle Reden und Erläuterungen in plattdeutsch gegeben. Alle Vereinsmitglieder werden aufgefordert, wenn möglich sich in plattdeutsch zu erklären und sich auf Veranstaltungen auch in platt zu unterhalten. Leider ist vielen jüngeren Vereinsmitgliedern das Plattdeutsche nicht mehr geläufig und es ist sehr schwer die Sprache zu erlernen, wenn man mit ihr nicht aufgewachsen ist. Der EWSK wird allerdings weiterhin die Anwendung der plattdeutschen Sprache in allen seinen Veranstaltungen nachhaltig fördern und versuchen, sie so auch jungen Vereinsmitgliedern nahe zu bringen. So wird der Ellerbek-Wellingdorfer Segelklub auch im 21.Jahrhundert das Motto von Tradition und Moderne weiter pflegen und versuchen, ein Stück gelebter Tradition zu erhalten, damit der Kreis unserer Mitglieder nicht nur ein gutes Angebot eines günstigen Wassersportvereins bekommt, sondern sich auch verpflichtet fühlt, die Traditionen des EWSK vom Ellerbeker Strand bis hin zur heutigen Zeit zu pflegen und zu leben.

 
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